von Alfred Donner

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09.06.2017

Die vergessenen Kriegsgefangenen und Heimatlosen auf dem Friedhof an der Uetzerstraße in Burgdorf

Am 31.Mai 2017 besuchte Pastor i.R. Rudolf Bembenneck wiederum diese vergessenen Grabstellen auf dem Friedhof. Nur eine meterhohe Hecke als Umrandung schmückt diesen Platz , links oben, sieht man Säulen, auf denen die Namen für die Urnengräber stehen. Mehr Bilder zum Beitrag finden Sie auf MyHeimat.

"Ich wünsche mir, dass auf dem Friedhof an der Uetzerstraße in Burgdorf, wo viele Ausländer begraben sind, eine Würdigung dieser Menschen geschieht, mit der an ihr Schicksal erinnert wird. Manchmal besuche ich die Grabstellen dieser in Burgdorf verstorbenen heimatlosen Menschen, um eine Sonnenblume zum Andenken niederzulegen. Dazu gehören Kriegsgefangene, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter und heimatlose Ausländer, die nach Burgdorf verschleppt worden sind."

Mit diesen Worten beendete Pastor i.R. Rudolf Bembenneck den Gespächsabend am 12. Mai 2017 im "Benefizz-Erzählcafe". An diesem Abend hatte der Verein "Benefizz, Gutes leben" und der "Arbeitskreis Stadtgeschichte Burgdorf" Dr. Rolf Keller von der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten zum Thema "Vernichtungspolitik und Zwangsarbeit - Sowjetische Kriegsgefangene in Niedersachsen 1941 - 1945" eingeladen.

Am 31.Mai 2017 besuchte Pastor i.R. Rudolf Bembenneck wiederum diese vergessenen Grabstellen auf dem Friedhof. Nur eine meterhohe Hecke als Umrandung schmückt diesen Platz.

Soll diese Hecke die einzige Würdigung dieser nach Burgdorf verschleppten heimatlosen Menschen sein, oder soll diese schmucklose Hecke die Vergessenheit unterstützen ?

Könnte man diese Hecke in der Höhe nicht kürzen und dann eine Säule aufstellen, entsprechend wie bei den Urnengräbern, und auf dieser schlichten Säule die Namen aller verschleppten und in Burgdorf gestorbenen Zwangsarbeiterinnen , Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen festhalten ?

In Burgdorf gab es zwei Lager für sowjetische Kriegsgefangene, die mit einem 3,50 Meter hohen Stacheldrahtzaun umgeben waren.

Auf dem Gut Kerßenbrock, das zur Burgdorfer Konservenfabrik gehörte, lebten und arbeiteten etwa 40 Kriegsgefangene. Ein anderes Lager befand sich in der Lerchenstraße 3 in der Weststadt, hier waren 23 sowjetische Gefangene untergebracht, die in der Waagenfabrik Henckel arbeiten mussten. Von April bis Juli 1942 sind 3 dieser Insassen gestorben.

Der 22jährige Trofin Karschin ist in Großburgwedel beigesetzt worden, der 37jährge Tatar Hurtzaly Galejew, der 26jährige Iwan Schukow haben auf dem kirchlichen Friedhof an der Uetzerstraße in Burgdorf ihr Grab gefunden. Außerdem liegt dort noch Rachmist Zukurub, dessen Alter unbekannt ist.

Auch Zwangsarbeiterinnen sind auf dem kirchlichen Friedhof beigesetzt worden. Für fünf von ihnen sind die Namen auf schlichten, quadratischen Grabplatten zu lesen. Ebenso die Namen der sowjetischen Gefangenen Galejew, Schukow und Zukurub.

Im Jahr 2007 hat die St. Pankratius-Gemeinde für diese fünf Frauen und für die drei Kriegsgefangenen Grabplatten legen lassen. Nur an sie wird namentlich erinnert. Alle anderen Namen bleiben im Schatten der Vergessens.


von Alfred Donner

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27.05.2017

Benefizz-Erzählcafe zu Vernichtungspolitik und Zwangsarbeit

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Erinnerungen an eine dunkle fast vergessene Zeit wurden im "Benefizz-Erzählcafe" wachgerüttelt. "Vernichtungspolitik und Zwangsarbeit" - Sowjetische Kriegsgefangene von 1941 bis 1945 in Niedersachsen: zu diesem Thema hatte am Freitag, 12. Mai 2017 der Verein "Benefizz, Gutes leben" und der "Arbeitskreis Stadtgeschichte Burgdorf" Dr. Rolf Keller von der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten eingeladen.

Nach einer kurzen Begrüßung der zahlreichen, interessierten Gäste durch Elisabeth Goldmann vom Verein “Benefizz” im Benefizz-Laden in der Hannoversche Neustadt 8 in Burgdorf, ergänzte Pastor i.R. Rudolf Bembennek vom Arbeitskreis Stadtgeschichte Burgdorf den Gesprächsabend mit den Worten, "Die Würde des Menschen ist ein kostbares Gut. Wir schreiben an einem Buch mit dem Titel “Im Schatten des Vergessens”, das am 31. August 2017 im Ratssaal der Stadt Burgdorf vorgestellt wird. In diesem Buch geht es u.a. um Familien, die nach Burgdorf verschleppt worden sind. Dazu gehören Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und heimatlose Ausländer."

Dr. Rolf Keller von der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten begann danach seinen Vortrag mit den Worten, "Die Stiftung soll dazu beitragen, dass auch die Geschichte von Verfolgung und Wiederstand der sowjetischen Kriegsgefangenen in Niedersachsen aufgearbeitet und im Bewusstsein der Menschen wach gehalten wird."

Am 22. Juni 1941 überfällt die Deutsche Wehrmacht die Sowjetunion. Nach den anfänglichen Erfolgen wurden ca. 3 Millionen sowjetische Kriegsgefangene in das Deutsche Reich geholt, um die Wirtschaft aufrecht zu erhalten. Es entstanden die sogenannten Russenlager. Durch unzureichende Unterkünfte, mangelhafte Ernährung und dadurch entstehende Krankheiten mussten vorab viele Gefangene vor ihrem Arbeitseinsatz sterben. Nur wenige konnten in der Wirtschaft aushelfen.

Dr. Rolf Keller zeigte anhand von Bilderserien auf, wie es den sowjetischen Kriegsgefangenen in den verschieden Lägern Niedersachsens erging und was sich dort abspielte. Besonders führte er dabei das Geschehen in den Lägern Wietzendorf, Oerbke und Bergen-Belsen auf.

Den Gesprächsabend im Benefizz-Erzählcafe beendete Pastor i.R. Rudolf Bembenneck mit den Worten, "Ich wünsche mir, dass der Friedhof an der Uetzerstraße in Burgdorf, wo viele Kriegsgefangene liegen, eine entsprechende Würdigung erhält. Manchmal besuche ich die Grabstellen dieser verschleppten, heimatlosen Menschen, um eine Sonnenblume zum Andenken auf jedes Grab niederzulegen."


von Alfred Donner

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12.05.2017

Vorstandswahlen am 10. Mai 2017

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Zu seiner turnusmäßigen Mitgliederversammlung traf sich der Verein “Benefizz, Gutes leben” am 10. Mai 2017 in der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Burgdorf, Heinrichstr. 12.

Bei dem kirchlichen Verein, deren Gründungsmitglieder die Burgdorfer Kirchengemeinden St. Pankratius, St. Nikolaus und die Landeskirchliche Gemeinschaft sind, standen Neuwahlen an.

Elisabeth Goldmann, 1. Vorsitzende des Vereins , begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste. Sie bedankte sich danach bei ihrem Team des Vorstands für die über Jahre geleistete Arbeit für “Benefizz”.

Elisabeth Goldmann führte den Verein über 12 Jahre und konnte in dieser Zeit einen Erlös von über 450.000 EUR mithilfe ihrer ehrenamtlichen Mitarbeiter erwirtschaften, unterschiedliche kirchliche Projekte wurden gefördert. Der Benefizz-Laden in der Hannoverschen Neustadt 8 ist zu einem Veranstaltungsort geworden, im “Benefizz-Erzählcafe” werden verschiedene Themen behandelt. Zu bestimmten Zeiten ist die Cafeteria im “Benefizz” ein Treffpunkt für Burgdorf und Umgebung.

Nachfolgend sprach Pastor Matthias Paul von der Paulusgemeinde lobende Worte über den Verein. Pastor Michael Schulze von St. Pankratius bat mit einer Geschichte aus der Bibel für geistlichen Beistand für “Benefizz, Gutes leben” für die nächsten Jahre. Abschließend sagte er, “Benefizz” ist mehr als ein Verein, als ein Laden. “Benefizz” ist ein missionarisches Projekt .“

Elisabeth Goldmann folgte mit den Worten, “Die Bereitschaft der Burgdorfer, ihre Kleidung, Bücher usw. zu spenden, ist ein beispielhafter Ablauf, weil der Gewinn wiederum in lokale Projekte fließt. Auch das Jahr 2016 brachte einen Erlös von 57.000 EUR.” Leider stand bei der anschließenden Vorstandswahl Elisabeth Goldmann nicht mehr zur Verfügung.

Bei der Neuwahl des Vorstands des Vereins “Benefizz” gab es folgendes Ergebnis :

Dr. Rudolf Baumeister, neugewählter 1. Vorsitzender des Vereins “Benefizz, Gutes leben” bedankte sich auch im Namen des Vorstands für die Wahl und wünschte sich für die kommende Zeit mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine gute Zusammenarbeit.


von Marco Kühnel

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13.04.2017

Frauen um Luther

Zur Galerie Frauen_um_Luther

Am Donnerstag, 6. April 2017 wurden im BENEFIZZ-Laden vier kurze, spannende Portraits von Frauen um Luther vor­gestellt.

Elisabeth Goldmann verkörperte Katharina von Bora, Luthers Ehefrau. Katharina, in der Famile für die Finanzen zuständig, besaß eine Heilausbildung durch den Besuch einer Klosterschule. Die Hochzeit der Nonne Katharina mit dem Mönch Martin Luther sorgte in Wittenberg für einen Skandal. Die Ehe hielt aber zwanzig Jahre bis zum Tod Martins.

Renate Karos brachte danach den Zuschauern Elisabeth Cruziger näher, die erste protestantische Dichterin. Luther hat eines ihrer Lieder veröffentlicht. Noch heute ist es im Gesangbuch zu finden. Ihre theologischen Fragen brachten sie nach Wittenberg, wo sie ihren Mann Caspar Cruziger kennenlernte und von Luther getraut wurde. Eine Tochter Cruzigers heiratete später einen Sohn von Luther.

Elisabeth Herzogin von Braunschweig war die dritte "Frau um Luther" an diesem Abend. Sie wurde von Heidelore Pedde gespielt. Elisabeth wurde als "Reformationsfürstin" bekannt. Sie konvertierte zum reformatorischen Glauben, führte eine Brieffreundschaft mit Luther, und schrieb auch sonst viel: Sie verfasste einige Kirchenlieder, die Calenberger Kirchenordnung und einen Ratgeber für gute Regierungsführung. Aus Münden musste sie fliehen und fand Exil im damals kleinen und unbedeutende Hannover.

Diakonin Caroline Singer schloss den Reigen als Luthers jüngste Tochter Margarethe ab. Sie stellte das damalige Alltagsleben aus Sicht des Kindes vor, dass viel von seinen Geschwistern hat, seinen Vater aber selten sieht. Im Alter von 12 Jahren stirbt ihr Vater und mit 18, also drei Jahre vor der Volljährigkeit, auch die Mutter. Ihr Vormund wird Melanchthon. Sie gründet eine weit verzweigte Familie, deren heutige Nachkommen bekannt sind.

Die Veranstaltung wurde von Laura Dalla Liberas Flötenspiel musikalisch untermalt. Die kurzweiligen Geschichten, schaupielerischen Darbietungen und die lebendige Musik haben die etwa dreißig Zuschauer gut unterhalten.


von Alfred Donner

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19.02.2017

50.000 EUR für einen guten Zweck erwirtschaftet

Verein "Benefizz, Gutes leben" lud zum Neujahrsempfang

Zur Galerie Neujahrsempfang

Wiederum konnte der Verein "Benefizz, Gutes leben" auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken, der Verein erwirtschaftete 50.000 EUR für soziale kirchliche Zwecke.

In ihrer Begrüßungsrede beim Neujahrsempfang 2017 bedankte sich Elisabeth Goldmann, 1. Vorsitzende des Vereins, für diese Leistung bei den ehrenamtlichen Helfern und Freunden.

"Seit 11 Jahren besteht 'Benefizz', ein neuer Abschnitt liegt vor uns. Neue Herausforderungen treten auch an 'Benefizz' heran. Ich denke an die vielen durch Krieg und Terror heimatlos gewordenen Menschen, die auch in Burgdorf Schutz suchen. Wir unterstützen den 'Nachbarschaftstreff' am Ostlandring finanziell und bieten auch im Laden Interessierten an, die Sprache zu erlernen," führte Elisabeth Goldmann weiter in ihrer Rede aus.

Im Jahr 2016 konnte “Benefizz” u.a. mit dem Erlös die Burgdorfer Einrichtungen: "Campus Musik", Paulusgemeinde/Familiensprechstunde, die Kirchenzeitung von St. Pankratius, die ev. Kindergarten "Pusteblume" und "Fröbelweg", den Arbeitskreis Gedenkweg, Resozialisierungsprogramm der JVA Sehnde unterstützen. Auch erhielten die St. Nikolaus-, die St. Pankratiusgemeinde und die Landeskirchliche Gemeinschaft in Burgdorf für ihre Gemeindearbeit von "Benefizz" entsprechende finanzielle Hilfe.

Hiermit schließt sich ein Kreislauf. Mitbürger aus Burgdorf und Umgebung spenden Secondhandware, der Verein "Benefizz" verkauft diese Waren, sowie fair gehandelte Produkte und christliche Literatur.

75 Ehrenamtliche arbeiten täglich in 3 Schichten im Benefizz-Laden in Burgdorf. Sie bereiten die gespendeten Sachen für den Verkauf vor, kümmern sich um den Verkauf, Buchhaltung und Hausmeistertätigkeiten. Der Zuspruch der Burgdorfer ist ungebrochen.

Deshalb herzlichen Dank an alle, die das Projekt “Benefizz” unterstützen und durch ihre Hilfe aufrechterhalten.


von Alfred Donner

Hilferuf

Menschenrechtsorganisation Amnesty International und der Verein "Benefizz" sammeln für Flüchtlingscamp Kiryandongo/Uganda

"Trotz allem Elend in meinem Land dürfen wir meine Landsleute im Sudan nicht vergessen." Mit diesen Worten begann der südsudanesische Menschenrechtler Dr. Bushra Gamar Hussein Rahama im Dezember 2015 im "Benefizz-Laden" in Burgdorf, Hannoversche Neustadt 8 seine Berichterstattung über die unmenschliche und politische Situation im Südsudan.

Politische, religöse und ethnische Konflikte in diesen Gegenden sind die Hauptgründe für die Kriegszustände. Im Sudan gründete er die Menschenrechtorganisation HUDO ( Human Right Development Organisation) und kam deshalb mehrfach ins Gefängnis.

Aus diesen Gründen entstand das Flüchtlingslager "Kiryandongo Camp" in dem angrenzenden Nord-Uganda. Zunächst wurde es für 8500 Menschen eingerichtet, heute leben dort bereits über 43000 Flüchtlinge.

"Die Krankenstation ist völlig überfordert. Sie braucht dringend Unterstützung mit medizinischen Gerät und Verbandmaterial", sagt Thomas Müßel, Sprecher des Bezirks Hannover von Amnesty International. Dr. Eberhard Rumpf, Facharzt für psychosomatische Medizin und Psychotherapie aus Burgdorf und Thomas Müßel sammeln seit Monaten Medizinisches Gerät und Verbandmaterial für den Transport per Schiff nach Uganda.

Als Sammelstelle für die Hilfslieferung zum Flüchtlingslager "Kiryandongo Camp" / Uganda ist für Verbandmaterial der "Benefizz-Laden" in 31303 Burgdorf, Hannoversche Neustadt 8 u.a. vorgesehen. Zur Spende von Verbandmaterial gehörem z.B. die abgelaufenden und somit auszutauschenden Erste-Hilfe-Sätze aus den Autos und Geschäften. Dieses abgelaufende Material ist natürlich noch verwendungsfähig, sofern die Verpackungen unbeschädigt sind. Dieser Aufruf geht besonders an Privat- und Geschäftsleute diese auszutauschenden Sets zu spenden und nicht zu entsorgen.

Informationen zu den benötigten Spenden gibt der "Benefizz-Laden" in 31303 Burgdorf, Hannoversche Neustadt 8, Tel. 05136 9202223 oder e-mail an Goldmann@benefizz.de , sowie Dr. Rumpf Tel. 05136 894623 oder Müßel Tel. 05136 8016444. Die Abgabe von Verbandskästen ist auch im "Nachbarschaftstreff" Ostlandring 33 bei Frau Martens möglich. Geldspenden, die der Transportfinanzierung dienen, können auf das Konto : Ev.luth. Kirchenkreisamt Burgdorfer Land, IBAN DE13 5206 0410 0000 0060 76, Kennwort DOKU-HUDO-Projekt überwiesen werden.

Dr. Bushra Gamar Hussein Rahama verabschiedete sich im Dezember 2015 mit den Worten aus Burgdorf, "Bitte gebt diese Botschaft an Eure Freunde weiter, denn nur gemeinsam können wir das Elend ändern."